Hanoi, Teil 1

Die vietnamesische Hauptstadt Hanoi war die erste Großstadt in Südostasien, die mir wirklich gut gefallen hat. Hier mischt sich Kolonialarchitektur mit Bausünden und Provisorien. Die Altstadt ist trotz des mörderischen Verkehrs gut zu Fuß begehbar und an alles Ecken gibt es was zu sehen. Außerdem traf ich hier eine Freundin und ehemalige Kollegin, um eine Woche lang mit ihr zusammen Vietnam zu bereisen.

Ich erreichte Hanoi mit dem Zug von Vinh aus. Im Hostel traf ich meine zukünftige Mitreisende Sabrina. Wir hatten uns schon zu Hause darauf geeinigt, eine Woche lang zusammen durch Vietnam zu reisen. Zuerst blieben wir aber für zwei Nächte in Hanoi, weil wir uns einig waren, dass die Stadt ziemlich cool war.

Sobald man einigermaßen gelernt hat, die Straßen zu überqueren trotz des unaufhörlichen Stroms an Rollern und Motorrädern, ist das historische Zentrum gut zu Fuß begehbar. Niemand macht auch nur Anstalten, für einen zu bremsen oder anzuhalten. Man muss also einen Moment mit etwas weniger Verkehr abpassen und dann einfach langsam und konstant die Straße überqueren und sich darauf verlassen, dass die Zweirad-Fahrer kunstvoll ausweichen.

Am ersten Abend umrundeten wir den See im Zentrum. Hier werden an den Wochenenden abends die Straßen gesperrt und zur Fußgängerzone umfunktioniert, mit vielen Buden und Aktivitäten. Es gab viel zu sehen: Tanzgruppen eiferten ihren K-Pop-Idolen nach und tanzten synchron in punkigen Outfits. Vietnamesen jeden Alters stellten ihr Gesangstalent an einem Karaokestand zur Schau, während die Damen-Sportgruppe dahinter rhythmisch tanzend am Seeufer ihre Kalorien schmelzen ließ. Es gab Verkäufer, Musik und eine Russland-Themenwelt (die Genossen müssen zusammenhalten).

Wir liefen über einen Nachtmarkt, auf dem es von gefälschten Markenklamotten wimmelte und wo es Kurioses zu essen gab.

Eigentlich nur für Bewohner zugänglich ist eine Straße, die gleichzeitig eine Eisenbahnbrücke ist. Die Häuser sind so dicht an die Schienen gebaut, dass es hier sehr eng wird, wenn der Zug durchfährt. Bis vor Kurzem war dies eine bei Besuchern beliebte Straße voller Cafés und Geschäfte. Seit einem Unfall sind davon nur noch zwei oder drei geöffnet. Als wir uns näherten, wurden wir zuerst von einem Sicherheitsmann weggeschickt. Wir versuchten es an einer anderen Stelle nochmal, als sich eine Frau aus einem der noch geöffneten Cafés näherte und uns in ihr Geschäft bugsierte. Sie passte sehr genau auf, dass wir nicht auf den Schienen herumliefen und ließ kaum zu, dass wir überhaupt Fotos machten. Wir tranken einen Kaffee und nach einiger Zeit kam sogar der Zug. Bei der Geschwindigkeit und Nähe zu den Häusern wundert es mich eigentlich, dass da nicht schon mehr passiert ist.

Wir buchten noch eine Tour durch die Ha Long-Bucht, die am nächsten Morgen früh losging. Zwei Tage reichen eigentlich nicht aus, um Hanoi wirklich kennen zu lernen, aber wir wussten ja, dass wir wiederkommen würden.

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